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Schulbefreiung an islamischen Feiertagen?

Darf ein muslimisches Schulkind an islamischen Feiertagen dem Unterricht fernbleiben?

Islamische Feiertage zählen in Deutschland nicht zu den gesetzlichen Feiertagen. Gleichwohl hat jedes muslimische Schulkind aus dem Grundrecht auf freie Religionsfreiheit aus Artikel 4 Grundgesetz ein Recht darauf, seine religiösen Feiertage mit den damit verbundenen religiösen Verpflichtungen, die an diesem Tag mit den Unterrichtsstunden kollidieren können, nachzukommen und ausreichend zu würdigen. Schulfrei an festen Wochentagen (bspw. freitags) zu bekommen, ist regelmäßig nicht möglich, da sonst erheblicher Unterrichtsstoff verpasst werden würde. An einzelnen hohen Feiertagen kann von der Schulpflichtbefreiung jedoch Gebrauch gemacht werden.1 In Deutschland sind die beiden höchsten islamischen Feiertage, das Opfer-Fest sowie das Ramadan-Fest, als religiöse Feiertage anerkannt. Am ersten Tag des jeweiligen Festes sind muslimische Schulkinder daher vom Unterricht befreit, wenn sie das wünschen. In den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist die Frage, ob zuvor ein gesonderter Antrag zu stellen ist oder nicht. In jedem Fall sollte aber die Schule im Vorfeld über das Fernbleiben des Schulkindes unterrichtet werden.2

 


[1] Starck, in: v. Mangold/Klein/Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl., Artikel 4, Rn. 111.

[2] In Hessen geregelt in § 3 Abs.1 Nr. 4 VOGSV.