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Rechtsurteile

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Muslimin in einer Bekenntnisschule

Eine Muslimin muss, für den Anspruch einer Aufnahme in eine katholische Bekenntnisschule, ein religiöses Interesse geltend machen, das den Besuch einer anderen als der katholischen Bekenntnisschule unzumutbar erscheinen lässt. (Leitsatz der Redaktion)


Beschluss:

Die Beschwerde wird zurückgewiesen. […]

 

Gründe:

 

Die zulässige Beschwerde ist unbegründet. Das Verwaltungsgericht hat den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung (§ 123 Abs. 1 Satz 2 VwGO) im Ergebnis zu Recht wegen fehlender Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrundes abgelehnt. Ob die Antragsteller einen Anordnungsanspruch glaubhaft gemacht haben, bedarf deshalb keiner näheren Erörterung.

2

Das Begehren der Antragsteller auf vorläufige Aufnahme ihrer Tochter T. in die 5. Klasse der G. Katholische Hauptschule, ist auf eine (vorläufige) Vorwegnahme der Hauptsache gerichtet. In diesen Fällen liegt der für den Erlass einer einstweiligen Anordnung erforderliche Anordnungsgrund nur vor, wenn der Antragsteller glaubhaft gemacht hat, dass ihm ein Abwarten der Entscheidung im Hauptsacheverfahren schlechthin unzumutbar ist. Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt. Die Antragsteller haben nicht glaubhaft gemacht, dass ihrer Tochter der (vorübergehende) Besuch der bekenntnisfreien B. von E. -I. Hauptschule in B1. schlechthin unzumutbar ist.

3

Die Antragsteller, die ihre Tochter nach den Lehren des Islam erziehen, machen ein religiöses Interesse, das den Besuch einer anderen als einer katholischen Bekenntnisschule als schlechthin unzumutbar erscheinen lässt, nicht geltend. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Fächer, Unterrichtsinhalte und Leistungsanforderungen an der G. und der B. von E. -I. Hauptschule derart unterschiedlich sind, dass der Tochter der Antragsteller ein späterer Wechsel von der B. von E. - I. Hauptschule zur G. unmöglich, jedenfalls aber schlechthin unzumutbar ist. Es ist weder ersichtlich noch vorgetragen, dass für beide Hauptschulen unterschiedliche Stundentafeln, Richtlinien, Lehrpläne und sonstige Unterrichtsvorgaben gelten. Darüber hinaus haben die Antragsteller keine greifbaren Anhaltspunkte dafür vorgetragen, dass die konkreten Leistungsanforderungen an beiden Hauptschulen abweichend von den für beide Hauptschulen in gleicher Weise geltenden Stundentafeln, Richtlinien, Lehrpläne und sonstige Unterrichtsvorgaben so unterschiedlich sind, dass ein späterer Wechsel der Hauptschule mit schlechthin unzumutbaren Nachteilen, etwa der Wiederholung einer Klasse, verbunden wäre. Der Vortrag der Antragsteller beschränkt sich auf dahingehende Mutmaßungen, ohne hierfür eine hinreichende Tatsachengrundlage aufzuzeigen.

4

Der (vorübergehende) Besuch der B. von E. -I. Hauptschule ist der Tochter der Antragsteller auch unter dem Gesichtspunkt der Dauer des Schulweges zu dieser Schule nicht schlechthin unzumutbar. Nach den Angaben der Antragsteller kann ihre Tochter die B. von E. -I. Hauptschule mit dem Bus in "ca. einer Stunde" erreichen. Diese Fahrtzeit ist nicht unzumutbar. Nach § 13 Abs. 3 Satz 1 SchfkVO NRW ist für Schüler unter anderem einer Hauptschule die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erst dann unzumutbar, wenn der regelmäßige Schulweg auch bei Ausnutzung der günstigsten Verkehrsverbindungen für die Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet über drei Stunden in Anspruch nimmt oder der Schüler überwiegend vor sechs Uhr die Wohnung verlassen muss. Dafür haben die Antragsteller keine greifbaren Anhaltspunkte aufgezeigt. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Tochter der Antragsteller vor der Rückfahrt zur Wohnung eine schlechthin unzumutbare Wartezeit hinnehmen muss. Sie machen lediglich pauschal geltend, dass nach Schulschluss das "unmittelbare" Erreichen eines Busses in Richtung B2. Nicht "sichergestellt" sei. Konkrete Angaben zu der möglichen Wartezeit haben sie damit nicht gemacht. Dass die Tochter der Antragsteller nach Schulschluss nicht "unmittelbar" einen Bus nach B2. nutzen kann, ist für sich allein kein Grund, der schlechthin unzumutbare Nachteile erkennen lässt. […]

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